Erfahrungsbericht: Denkwerkstatt Agile Managementsysteme (1-3)

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Unternehmen benötigen ein bewusst gestaltetes Managementsystem, um wertschöpfende Zusammenarbeit effektiv und effizient auszurichten:

  1. Vision
  2. Strategie
  3. Prozesse/Projekte
  4. Strukturen
  5. Informations- und Kommunikationssysteme

So lautet die unserer Ansicht nach bewährte Logik, um Managementsysteme verständlich und durchgängig aufzubauen. Dabei stützen wir uns konzeptionell vor allem auf die St. Galler Managementlehre (Ulrich, Krieg, Malik, Rüegg-Stürm, Grand, Gomez, Zimmermann u.a.).

Seit einigen Jahren lässt sich zunehmend feststellen, dass die Akzeptanz und damit auch die Wirksamkeit von Managementsystemen in vielen Unternehmen stark nachgelassen hat. Dies ist auch nicht verwunderlich, da der eigentlich gute Grundgedanke immer mehr vergessen wurde: Immer technokratischer, bürokratischer, starrer. Dieser Fehlentwicklung wollen wir mit der Denkwerkstatt „Agile Managementsysteme“ entgegen treten. 

Ein kurzer Erfahrungsbericht der ersten drei Module

Modul 1: Managementsysteme auf den Unternehmensnutzen ausrichten

Die Auftaktveranstaltung wurde von unserem geschätzten Beraterkollegen Elmar Zeller (TQU) gestaltet. Er ging dabei vor allem auf Erfolgsfaktoren ein, wie Managementsysteme an echten Herausforderungen und am Unternehmensnutzen ausgerichtet werden können. Elmar hat in den letzten 20 Jahren dutzende Unternehmen erfolgreich bei der Gestaltung und Implementierung von Managementsystemen begleitet – ein absoluter Top-Experte im deutschsprachigen Raum zu diesem Thema.

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Modul 2: Managementsysteme dynamikrobust gestalten

Dr. Gerhard Wohland und Ralf Hildebrandt (dynamikrobust.com) zählen für mich zu den wichtigsten Denkern und Vermittlern moderner Systemtheorie im deutschsprachigen Raum. Praktisch alles, was ich bislang von ihnen gelesen und gehört habe, hat mich gedanklich angeregt, inspiriert und darin bestätigt, dass Systemtheorie für die Gestaltung, Führung und Entwicklung von Unternehmen von essenzieller Bedeutung ist. Ganz im Kant’schen Sinne: „Es gibt nichts Praktischeres als eine gute Theorie.“

In der zweiten Denkwerkstatt erläuterten Gerhard Wohland und Ralf Hildebrand einige zentrale Aspekte ihrer Theorie „Dynamikrobuste Höchstleister“ und spannten den Bogen zu Managementsystemen. Für die Gestaltung und Implementierung von Managementsystemen sind folgende „Denkzettel dynamikrobuster Höchstleistung“ von besonderer Bedeutung:

  • Denkzettel 5: Management wird in der Theorie dynamikrobuster Höchstleister in Steuerung und Führung differenziert. Je nach Problem ist das eine oder das andere zweckmäßig.
  • Denkzettel 7: Die „Taylor Wanne“ beschreibt das, was die meisten von uns wahrnehmen. Das gesellschaftliche, wirtschaftliche und technologische Umfeld von Unternehmen wird immer dynamischer, komplexer, unberechenbarer. Darauf müssen sich Unternehmen einstellen, und auch Managementsysteme müssen auf diese Entwicklung ausgerichtet werden.
  • Denkzettel 12: Die Duale Prozessgestaltung beinhaltet einen zentralen Gedanken für die Festlegung sinnvoller, schlanker und funktionierender Prozesse. Besonders wichtig ist die Erkenntnis, dass gute Prozesse nicht „rot verunreinigt“ werden dürfen.

Einige Eindrücke der 2. Denkwerkstatt mit Wohland/Hildebrandt:

Modul 3: Die Bedeutung eines digitalen Betriebssystems

In der dritten Denkwerkstatt, die von mir moderiert wurde, schlugen wir die Brücke in die mögliche praktische Umsetzung. Kernthemen waren:

  • Referenzrahmen für die Gestaltung agiler Managementsysteme: St. Galler Managementmodell
  • Attribute agiler Managementsysteme
  • Agilität – was ist das überhaupt?
  • Bedeutung des digitalen Betriebssystems: Managementsysteme mit Wiki-Technologie umsetzen – Praktische Beispiele

Einige Auszüge:

Fazit: Neue Wege gehen…

Managementsysteme haben in vielen Organisationen ihren ursprünglichen Sinn und Zweck verloren – teilweise auch durch einseitige Zertifizierungs- und Standardisierungsbestrebungen mancher Q-Abteilungen.

Es gilt, die Strategien, Prozesse, Strukturen und Informations- und Kommunikationssysteme an die neuen Rahmenbedingungen anzupassen. Hierbei können die von Willms Buhse („Management by Internet – Neue Führungsmodelle für Unternehmen in Zeiten der digitalen Transformation„) beschriebenen Führungsprinzipien helfen:

  • Offenheit: Im transparenten und offenen Umgang mit Informationen besteht ein wichtiges Prinzip modern organisierter Unternehmen. Nur so kann eine Vertrauenskultur entstehen.
  • Vernetzung: Menschen, Themen und Informationen müssen gezielt miteinander vernetzt werden. Dies bedeutet auch, dass rein funktionales Denken immer mehr der Vergangenheit angehört.
  • Partizipation: Mitarbeitende wollen beteiligt werden, vor allem auch bei der Gestaltung von Prozessen und Vorgaben. Das ist kurzfristig anstrengender für alle beteiligten, bringt aber langfristig ein wesentlich höheres Maß an Akzeptanz und Commitment. Beteiligung ist alternativlos.
    • Agilität: Agile Prinzipien wie iteratives Vorgehen, Timeboxing, Selbstorganisation oder Fokus auf wertschöpfende Tätigkeiten muss man praktisch ausprobieren und erleben, um sie wirklich verstehen zu können. Dabei empfiehlt es sich, agile Profis (z.B. aus der Softwareentwicklung) einzubinden oder zumindest gut zu beobachten, wie Agilität richtig gelebt und praktiziert wird.

Unsere Philosophie: Wir arbeiten ausschließlich an den großen und an den ganz konkreten Dingen (Clouds and Dirt). So entsteht ein gemeinsames Verständnis für den neuen Weg und das damit verbundene Zielbild. Auf dieser Grundlage bricht man auf und lernt beim Gehen. Tag für Tag. Immer weiter…

Stefan Hagen, Juli 2016

 

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