5 Mechanismen der Arbeit, die durch das Internet verändert wurden

By 23. Februar 2015Innovation, Strategie, Wandel
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Der tägliche Gebrauch des Internets lehrt uns Mechanismen, die immer mehr in unser Verhalten übergehen. Es sind Mechanismen wie ständig verfügbares, heterogenes Echtzeit-Wissen, niederschwellige Interaktion und hürdenlose Kommunikation. Sie werden zu unserem Anspruch. Wir sind fast permanent damit konfrontiert, und es ist Teil unserer Alltagskultur geworden.

In Unternehmen entsteht ein Zwiespalt: der Anspruch auf ein eigenes, geschlossenes und geschütztes System zu haben und trotzdem die modernen Entwicklungen mitmachen zu müssen und zu wollen. Gerade junge Talente wachsen mit einer digital vernetzten Infrastruktur auf. Dadurch bilden sich reale Netzwerke die kaum physische Grenzen haben und mit wenig Aufwand aktiviert werden können. Das wird auf die Arbeitswelt projiziert. Eckpfeiler des Arbeitsumfeldes werden dadurch grundlegend neu definiert.

1. Transparenz

Auf Webseiten, Blogs und in den sozialen Netzwerken teilen Unternehmen, öffentliche Einrichtungen und private Personen Informationen die für jeden verfügbar sind. Es entstehen Situationen in denen man über das Konkurrenzunternehmen mehr Informationen hat, als vom eigenen. Es herrscht oft noch der verquere Glaube, sich einen Wettbewerbsvorteil sichern zu müssen, obwohl diese längst in der Unternehmenskultur und -geschichte fix verankert ist. Transparenz könnte diesen festigen. Ein Unternehmens-Wiki oder Intranet kann diese Transparenz schaffen.

2. Kollektives Wissen

Längst sind die Zeiten vergangen, als man am Stammtisch reisserisch Halbwissen verbreiten konnte. Zu einfach ist es, nahezu alles über Smartphone und Wikipedia oder Google zu validieren. Im Bewusstsein dieser Wissensquelle ist der Umgang mit Fakten viel behutsamer geworden. Fachliches Wissen wird auf unzähligen Plattformen veröffentlich. Das weit verbreitete Halbwissen und auf Ahnung basierende Vorgehen sollte dadurch ersetzt werden. Konkrete Metriken gepaart mit ständig verfügbarem Fachwissen, Talent und Fingerspitzengefühl bringen das vorhandene Potential auf die Straße.

3. Partizipation und Authorship

Wenn uns das Internet etwas gelehrt hat, dann ist es, teilhaben und mitgestalten zu können. Ein eigenes Sprachrohr ist ein Klick auf Medium oder Twitter entfernt. Auch wenn nicht alle MitarbeiterInnen diese Möglichkeiten nutzen, verpufft Energie, wenn man es jenen versagt, die sich beteiligen wollen.

4. Verfügbarkeit

Wissen und Kommunikation sind ständig verfügbar. Es sitzt in unseren Hosentaschen in Form des Smartphones mit bis in den letzten Button optimierten und etablierten User Interfaces, die mit großen Geldmitteln und Expertise ständig weiter entwickelt werden. Unternehmen agieren mit selbst gestrickten oder analogen Lösungen auf einer anderen Ebene. Die Fahrt zur Arbeit wird zu einer Zeitreise in die Vergangenheit. Mit den richtigen Tools für Wissensmanagement, Aufgabenverwaltung und schnelle Kommunikation kann sie eine Zeitmaschine in die Zukunft sein.

5. Augenhöhe

Soziale Netzwerke wie Twitter und Facebook machen keinen Unterschied zwischen den einzelnen Benutzern. Jeder kann kommentieren, liken, faven, pinnen und was auch immer sich die Kreativen dieser Welt einfallen lassen. Selbst wenn die Inhalte gerichtet sind, ist Feedback nur ein Textfeld entfernt. Im Unternehmen passiert das, wenn überhaupt, oft nur in einem jährlichen Mitarbeitergespräch. Diese Hürden gilt es zu verringern und direkt und unmittelbar Raum für Feedback zu schaffen.

Fazit

Wir stehen gerade erst am Beginn einer Entwicklung – nämlich der Digitalen Transformation. Unser Blick auf die eigentliche Veränderung ist durch die vielen Applikationen und ständig wechselnden Trends oft verklärt. Deshalb lohnt es sich, von Zeit zu Zeit kurz inne zu halten und die Mechanismen und Muster dahinter zu betrachten.

Gewachsene Strukturen und die Meter tiefen Trampelpfade des Alltages machen es Unternehmen schwer, Neues in den Nährboden ihrer Kultur eindringen zu lassen. Dadurch entwickeln sich Verhaltensmuster, die von Mitarbeitern im Rahmen des Möglichen gestaltet werden. Die Mitarbeiter beginnen, sich selber zu managen und das Unternehmen steuert dadurch auf einen Zielkonflikt zu.

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